Es scheint unausweichlich: es stecken sich mehr und mehr Menschen neu an, und auch die Zahl derjenigen Patienten, bei denen die Erkrankung einen einen schwereren Verlauf hat, nimmt zu. Hieß es während der Sommermonate, es seien nun mehr die jüngeren Menschen, die sich ansteckten und leichtere Verläufe hätten, werden jetzt zunehmend wieder auch ältere Menschen angesteckt.

Die Behörden verschärfen bereits die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Teilweise herrscht Maskenzwang jetzt auch im Freien, z. B. auf Märkten, wo die Menschen oftmals das Abstandhalten nicht einhalten (können).

Der Eindruck, es werde in den nächsten Wochen zu einschneidenderen Maßnahmen kommen, nämlich erneut zur Schließung von Betrieben und Einrichtungen, verstärkt sich. Heute wird diskutiert, Gaststätten und andere Betriebe zu schließen und die Schulen weiterhin offen zu halten. Währenddessen wird die Landkarte des Robert-Koch-Instituts mit den Neuansteckungen der letzten sieben Tage auf hunderttausend Einwohner immer mehr dunkelrot.

Quelle: RKI-Dashboard, Stand: 27.10.2020.

Es lohnt sich kaum, darüber zu streiten, ob es die jungen oder die älteren Menschen sind, die an der zunehmenden Ausbreitung schuld sind. Abstandhalten geht alle an, ebenso das Maske-Tragen (deprimierend, wie viele Menschen noch ihre Nase rausgucken lassen). Es ist klar, dass es auf jede und jeden ankommt. Und man kann – z. B. im Supermarkt vor der Kasse – erleben, dass Menschen aller Altersgruppen das Einhalten des Mindestabstands von anderthalb Metern immer wieder schwerfällt.

Je mehr sich das Virus verbreitet, desto dringender wird die Verschärfung von Maßnahmen sein. Anders als womöglich beim Beherbergungsverbot wird es darauf ankommen, Maßnahmen gezielt und treffsicher zu verhängen, um die Menschen möglichst wenig zu belasten und Maßnahmen auch bald wieder aufheben zu können. Es wird kaum verwundern, wenn es über den Winter zu einem Wechselspiel von wiederholten Einschränkungen und Lockerungen kommen wird, um ein erträgliches Maß zwischen Gesundheitsschutz und Einschränkungen von Freiheiten zu erreichen. Das Bild vom schwingenden Pendel beschreibt diese Aussichten gar nicht so schlecht.