Knapp eine Woche im “harten Lockdown” haben wir hinter uns. Und langsam nähern sich die Tage, in denen wir die ersten Antworten auf die Frage erwarten können, ob die neuen Maßnahmen wirksam sind.

Es dauert ja immer zwischen einer und zwei Wochen, bis man in den Meldedaten zu Neuinfektionen den ersten Effekt von Eindämmungsmaßnahmen beobachten kann. Man kann dies beispielsweise an den Meldezahlen für November sehen, nachdem der “Lockdown light” am 2. November 2020 in Kraft getreten war und das Wachstum der Ansteckungszahlen gebremst, ja sogar leicht umgekehrt werden konnte, wie die leicht schrumpfenden Balken für die Zahlen im November zeigen.

Die Ursachen für die Verzögerung liegen unter anderem in der Zeit zwischen Ansteckung und ihrem Nachweis, wobei zum einen die Coronaviren erst Tage nach der Ansteckung nachweisbar sind und zum anderen auch vom Arztbesuch bis zur Meldung des Testergebnisses weitere Zeit vergeht.

Die untenstehende bildliche Darstellung zeigt die vom Robert-Koch-Institut anhand der Meldungen aus den Bundesländern ermittelten täglichen Ansteckungszahlen. Da die Zahlen im Verlauf einer Woche auch Zufälligkeiten oder Abhängigkeiten von Arbeitsabläufen in den Behörden (und vermutlich auch in den Laboren) unterliegen (so sind sie montags in der Regel viel geringer als später in der Woche), lassen sich erst bei zusammenfassender Betrachtung zuverlässig Trends erkennen. Daher sind hier immer die Zahlen von jeweils sieben Tagen zusammengefasst worden.

Neue SARS-CoV-2-Fälle (Meldezahlen 7-tageweise zusammengefasst);
Datenquelle: Robert-Koch-Institut; Stand: 22.12.2020

Die Notwendigkeit von strikten Maßnahmen erschließt sich auch mit Blick auf die Zahlen der Verstorbenen.

Gemeldete Todesfälle mit SARS-CoV-2 pro 7 Tage;
Datenquelle: Robert-Koch-Institut; Stand 22.12.2020

Es trifft zu, dass die Zahlen des Robert-Koch-Instituts auch solche Fälle einschließen, in denen ein Coronavirus-Infizierter verstorben ist, aber SARS-CoV-2 nicht die Ursache war. Es ist aber auch immer daran zu denken, dass im Universitätsklinikum Eppendorf (Hamburg) ein hoher Anteil der in Hamburg gemeldeten Coronavirus-Toten sich bei der Untersuchung der Leichen als ursächlich an SARS-CoV-2 gestorben gezeigt hat. Bisher (Stand: 18.12.2020) hat das Institut für Rechtsmedizin in Hamburg 452 Todesfälle ursächlich auf eine SARS-CoV-2-Infektion zurückgeführt. Der Spruch, die Menschen “sterben mit und nicht an Corona”, leugnet also zu Unrecht die tödliche Gefahren einer SARS-CoV-2-Erkrankung.

Jedoch kann auch anhand der Todeszahlen in Relation mit dem Infektionsgeschehen angesehen werden, wie dringend Maßnahmen sind, die weitere Verbreitung des Virus zu bekämpfen.