Das Geschehen rund um die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV 2 hat die Gesellschaft und vermutlich auch jede Einzelne und jeden Einzelnen hier recht fest im Griff. Wer kann sich den Nachrichten und den Gedanken an die Gefährlichkeit des Virus entziehen? Vermutlich können selbst diejenigen, die Zahlen zu Verkehrstoten, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen Verstorbenen, Grippeopfern mit denen Zahlen vergleichen, die als Zahlen über Ansteckungen und Opfer bekannt gegeben werden, sich einer gewissen Furcht oder Sorge nicht entziehen. Schließlich gibt es kaum jemanden, den es nicht auch treffen könnte, sich anzustecken und auch krank zu werden. Manchmal – zu oft – auch schwer krank. Inzwischen wissen wir: es kann jeden erwischen, auch wenn nicht jeder davon ausgehen muss, daran auch zu sterben. Aber auch junge, starke und gesunde Menschen kann das Virus schwer krank machen. Auch solche Menschen sind auf den Intensivstationen anzutreffen, und sie kämpfen um jeden Liter Sauerstoff, weil die Lunge zu erheblichen Teilen ausfällt und so nicht überall der Sauerstoff ins Blutt gelangen kann.

Und so blicken viele besorgt nach vorn: werden die schon stattfindenden Lockerungen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen und die diskutierten weiteren Lockerungen uns schaden? werden die Lockerungen wieder zu einem Anstieg der Ansteckungszahlen führen? Kaum jemand wird bestreiten mögen, dass die seit März angeordneten Beschränkungen für viele Menschen hart sind. Für viele geht es an die bürgerliche Existenz: Arbeitsplatz und Einkommen sind gefährdet, einige vereinsamen, andere sind überfordert damit, zugleich zu arbeiten, Kinder und Haushalt zu betreuen, dabei auch noch die Schule zu ersetzen. Die Liste derjenigen Branchen, die unter den Einschnitten leiden, wo Insolvenzen drohen, ist lang.